Santana – Shaman

Ein Schamane ist laut Lexikon Mittelpunkt einer Stammesgemeinschaft und mit mannigfachen Aufgaben betraut: Heiler, Wahrsager, Protopsychotherapeut, sakrosankter Politiker, Priester, Poet, Tradierer der Mythen…

santanaIm gleichnamigen Album von Carlos Santana ist Schamane beschrieben als:
„Shaman is a spiritual healer who brings balance to mind, body, heart and spirit with colors, sound, herbs and song, creating unity and harmony in the world.“ Diese Worte beschreiben schon sehr genau der Stimmung und Wirkung, die seine Musik verbreitet. Nach Carlos Aussage bereitet die Basis für das neue Album schlicht und einfach der Blues.
Vielleicht ist aber doch etwas mehr an der Musik des 55-jährigen, in Autlan de Navarro geborenen Mexikaner. Sein letztes Album „Supernatural“ verkaufte sich weltweit 25 Millionen Mal und gewann neun Grammys, vier Billboard Awards und den Echo Award, bei ca. 1,5 Millionen verkaufter Alben allein in Deutschland.
Bei seinem neuen Album bleibt Santana dem Konzept des Megasellers treu. Zum einen die mystische Namensgebung („Supernatural“ = übernatürlich), zum anderen bietet „Shaman“ ein Stelldichein des „Who is Who“ der internationalen Musikszene:

P.O.D. haben den Song „America“ für ihr Gitarrenidol Carlos geschrieben und kein Geringerer als Welt-Tenor Placido Domingo singt in dem Stück „Novum“.
Mit „Amore“ beweist Macy Gray wer der Star des US-Soul ist. Außerdem ist Wyclef Jean als Co-Writer mit von der Partie, Seal als Vocal-Guest und Rob Thomas, der sich erfolgreich als Songwriter versuchte.
Shaman bietet weiterhin Stars wie Musiq (Soulchild) mit „Nothing at all“, den Shootingstar des letzten Jahres Dido mit „Feels like fire“ und Chad Kroeger, den Frontmann von Nickelback mit „Why don’t you & I“ u.v.m.

Die erste Single des neuen Albums („Game Of Love“) stammt aus der Feder des New Radicals-Gründers Greg Alexander und kann sich mühelos bei Welthits wie „Smooth“ oder „Maria, Maria“ einreihen. Sängerin Michelle Branch wird zuerst noch recht ruhig von Carlos Santana begleitet und kann mit ihrer kraftvollen Stimme überzeugen. Dies ändert sich jedoch ab der Mitte des Latin/Rock Songs und endet schließlich in einem fulminanten Solo, das wohl jedem Gitarrenspieler das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Mit „Shaman“ zeigt Carlos Santana wieder einmal eindrucksvoll, wie sich Gitarrenspiel in Perfektion ankören kann. Das Album kann qualitativ an den Vorgänger „Supernatural“ anknüpfen, man möchte sich regelrecht eine Gitarre schnappen und mitspielen.

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